Jazzgitarre

Die Jazzgitarre ist im Grunde eine Mischung zwischen der normalen “klassischen” Akustikgitarre und einer Geige. Während die Größe und die Form wie bei einer normalen Gitarre ist, ist das Layout wie bei der Geige. Das liegt vor Allem an der gewölbten Decke und dem gewölbten Boden (also Ober- und Unterseite). Heutzutage wird die Jazzgitarre meistens in Handarbeit aus massivem Holz gestochen, was sehr aufwendig ist und Zeit kostet. Darum kommt auch der höhere preis für eine Jazzggitarre zustande. Klassik- und Akustikgitarren sind im Vergleich meistens sehr viel günstiger. Um aber auch preiswertere und günstigere Modelle anbieten zu können, werden günstige Jazzgitarren oft aus laminierten, gepressten Bauteilen. Dafür klingen diese Gitarren aber nicht mehr so hochwertig wie teurere Modelle.

Ein weiterer auffälliger Unterschied ist, dass die in den 20er Jahren von der Geige inspirierten Gitarrenbauer der Firma Gibson das althergebrachte runden Klangloch kurzerhand durch zwei f-Löcher ersetzten, ähnlich denen der Streichinstrumente. Das anmutige, edle Aussehen der Jazzgitarre wird oft noch durch ein über dem Korpus frei schwebend moniertes Schlagbrett und Verzierungen des Gitarrenkopfes sowie des Korpus an sich abgerundet. Hierfür werden häufig edelste Materialien wie spezielle Kunststoffe, Ebenholz oder Perlmutt verwendet.

Bei der Jazzgitarre muss man zwischen zwei Typen unterscheiden, der akustischen und der semi-akustischen Jazzgitarre. Anders als die herkömmliche E-Gitarre kann man die Jazzgitarre zwar in jedem Fall auch ohne Verstärker vernehmlich spielen. Jedoch sind viele Jazzgitarren zusätzlich mit elektromagnetischen Tonabnehmern ausgestattet. Das rührt daher, dass das neu aufgekommene Instrument in der Swing-Ära in großen Big Bands und Jazz-Combos gegen eine Vielzahl von anderen lauteren Instrumenten anklingen musste. Die Steigerung der Lautstärke durch Vergrößerung des Klangkörpers war nur begrenzt möglich – obwohl zeitweise sogar Gitarren mit einem Korpusdurchmesser von bis zu 50 cm gebaut wurden. Dennoch verlegten sich die Hersteller Mitte der 30er Jahre immer mehr darauf, die Gitarren mit einem elektrischen Tonabnehmer zu versehen. Dieser wird wie das Schlagbrett meist frei schwebend über dem Korpus montiert, um bestmögliche Schwingungs- und Klangeigenschaften zu gewährleisten.